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Die grosse Reise des Nikolaus  Ein Bilderbuch von  Marlies Klein

 
 

 

 
 

English Translation by Peter Czukor: 

 Santa's Grand Tour

Adaptação en Portugues de Angelo Barbosa Pereira: 

 A Grande Viagem do Papai Noel

   

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Meinem kleinen Reinhard
zum 6. Geburtstag
am 5. Dezember 1957,
von seiner Mami.
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Dezember ist's, der Wind bläst kalt
und Schnee liegt über Feld und Wald.
Zum Fenster schaut ein Bub heraus,
"Heut abend kommt der Samichlaus"
denkt er, und das gefällt ihm nicht,
er macht ein gar betrübt Gesicht.
Denn seine grossen Brüder sagen:
"Er wird dich mit der Rute schlagen,
steckt dich dann in den Sack, oh Graus,
und schleppt dich in den Wald hinaus."
Die Tränen rinnen auf der Wang,
dem Buben ist es angst und bang.
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Schneeflocken tanzen dort im Wind,
wer kommt da auf dem Weg geschwind?
Die grosse Schwester ist's, zum Glück!
Sie kommt schon aus der Schul zurück.
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Sie nimmt den Bruder auf den Schoss.
"Du weinst ja, sag , was ist den los?
Du fürchtest dich vor'm Samichlaus,
denkst gar, du musst in' Wald hinaus?
Hör zu, ich will dir alles sagen,
was sich im Himmel zugetragen!
Heut sandte der heilige Nikolaus
viele hundert Boten aus,
vom Himmel fern, hinab zur Erden,
denn bald wird es Weihnachten werden.
Du kannst es dir denken,
ein Samichlaus kann nicht alle beschenken.
Nun will ich dir in diesen Bildern,
des Niklaus grosse Reise schildern."
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Auf dem himmlischen Flugplatz,
Ballon an Ballon,
einer fliegt nach dem andern davon.
Man sieht, wie sie sich in die Wolken erheben
und weit hinunter zur Erde entschweben.
Da steigt ein weisser Ballon in die Luft,
und der heilige Nikolaus drunten ruft:
"Sag den Kindern auf Erden,
sie sollen gute Menschen werden!"
Der heilige Nikolaus lange noch blickt
zu den Boten hinauf, die er ausgeschickt.
War er doch selber seit fünfhundert Jahren
jeden Winter zur Erde gefahren,
um viele Kinder zu beschenken,
dass sie an Christkinds Geburtstag denken.
Einst lebte er, s'ist lange her,
als Bischof zu Myra am Schwarzen Meer.
Er hatte alle Kinder gern
und lehrte sie beten zu Gott dem Herrn.
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Da fliegt der grosse weisse Ballon
durch Wolken und Wind zur Erde davon,
in der Gondel ein Chlaus im roten Gewand,
sein braver Esel luegt über den Rand.

Lang schaut er in die Tiefe hinunter;
da ruft er laut - der Esel wird munter -:
"Lueg Eseli, lueg! Wir fliegen bereits,
über mis Ländli, über die Schweiz."
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Man sieht die weissen Bergesspitzen
im Strahl der Morgensonne blitzen,
und zwischen Felsen, Eis und Schnee
liegt, gross und still, der weisse See.
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Der Alte schaut, dazwischen liest er
ab und zu im Sündenregister.
Das ist ein schweres altes Buch,
er nimmt es mit zu jedem Besuch.
"Hei, wie triebt eus de Wind so schnell,
ich glaub, mir sind scho überm Bergell!"
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Tief im Tal zu seinen Füssen,
sieht den breiten Strom er fliessen.
Und der Alte, voll Entzücken,
beugt sich über Fluss und Brücken,
schneebedeckt das ganze Tal,
silbern glänzt der Wasserfall.
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Lang flog er so am Himmel dahin,
sah über sich die Wolken ziehn;
er ist über Städte und Dörfer geflogen,
Burgen und Kirchen vorübergezogen.
Im Flug verging dem Chlaus die Zeit,
er schaut hinunter "Bald ist's soweit!"
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Da blickt der Chlaus gerührt ins Tal:
"Lueg Eseli, euses Hüsli, din Stall,
gsehsch det de Bach, de Wald, und's Feld,
wo mir gläbt händ uf dere Welt!

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Vor Freude schüttet der Nikolaus
einen Sack Schoggitaler aus.
Dieser Sack wird niemals leer,
wo nähm er all das Gute her?
Von drunten hört man Kinder lachen
über die vielen guten Sachen.
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In der Ferne glänzt ein See,
Wiesen, Dächer weiss von Schnee.
Er schaut auf den Kompass, dann auf die Uhr,
"Noch zwanzig Minuten bis Winterthur!"
Endlich sehn sie im Wald ihr Haus,
alljährlich wohnt dort der Samichlaus.
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Hier landet jetzt der Luftballon,
die gute Waldfrau wartet schon.
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Die Waldfrau hat schön warm gemacht,
Kaffee und Bauernbrot gebracht.
Und Hafer hat sie nicht vergessen,
denn auch der Esel muss was fressen.
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Der Chlaus ruht aus im Ohrensessel,
zu seinen Füssen schläft der Esel.

Draussen wird es dunkel,
am Himmel helles Sterngefunkel.
Die Waldfrau klopft: "Es ist jetzt Zeit,
macht schnell Euch für den Weg bereit!"

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Nun gehen Esel und Samichlaus
in den Winterwald hinaus.
Dichte Flocken fallen leis,
Mantel, Bart und Fell sind weiss,
Eichhörnchen springen, während sie wandern,
von einer hohen Tanne zur andern.
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Alle Tiere auf und unter Bäumen,
den Weg des Samichlaus nun säumen.
Auch die Rehlein sind gekommen,
wollen sehn den guten, frommen
Nikolaus. Der holt aus seinen Taschen
für alle Tiere was zu naschen.
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Auf den Tannen in der Ferne
glitzert Schnee und leuchten Sterne.

Dort scheint Licht aus jedem Haus,
wo die Buben und die Mädchen
in dem Dorf und in dem Städtchen
warten auf den Samichlaus.

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Unser Peter hier im Zimmer
schaut hinauf zum Wald,
und er sagt zu seiner Schwester:
"Horch, jetzt kommt er bald."

Schnee knirscht unter jedem Tritte,
auch die Mutter hört die Schritte,
eilt ans Fenster und ruft aus:
"Seht da kommt der Samichlaus!"

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Und die Schwester eilt zum Tor,
Chlaus und Esel stehn davor.
"Guten Abend", sagt sie; "lieber
Samichlaus, wir warten schon,
heut Mittag sah ich fliegen
Deinen weissen Luftballon.
Geh ins Zimmer zu der Mutter
ich bring Deinem Esel Futter."
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Drinnen in der warmen Stube
zitternd drückt der kleine Bube
sich ganz hinten an die Wand,
Samichlaus gibt ihm die Hand,
fragt mit freundlichem Gesicht,
ob er brav sei, oder nicht?

"Ach, der Chlaus wird es entdecken,"
denkt der Peter voller Schrecken,
"was ich Schlimmes hab getrieben,
da im Buch steht es geschrieben."

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Und der alte Niklaus spricht:
"Nein, brav warst du aber nicht!"
Und dann hat er aufgezählt,
was er alles angestellt:
"Du folgst nicht, schreist und wirfst die Türen,
die Brüder können nicht studieren
bei diesem Lärm im ganzen Haus!"
Die Rute zieht er jetzt heraus.
"Willst schlafen nicht, nicht Hände waschen,
nicht Zähne putzen, tust Zucker naschen!
Oh das gefällt mir wirklich nicht."
Er macht ein zorniges Gesicht.
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Nun sieht er, wie dem bösen Kind
über die Wang' die Träne rinnt,
so gross wie eine Haselnuss.
Da denkt der Samichlaus, ich muss
mal nachsehn weiter hinten,
vielleicht lässt sich was Bess'res finden.

Sieh, da erhellt sich seine Miene:
"Du hast gerettet eine Biene,
sie wär' ertrunken in der Tasse;
du trägst die Schnecken von der Strasse
hinüber auf die sichre Wiese,
du hütest Nachbars Kuh, die Liese,
streust jetzt den armen Vögeln Futter,
hilfst in der Küche deiner Mutter,
behandelst gut die Bilderbücher
und bügelst gar die Taschentücher."

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Da können beide wieder lachen.
Er schüttet all die guten Sachen
in die Mitte von der Stuben
für den lieben, bösen Buben.
Äpfel, Nüsse, Pfefferkuchen
muss er dann zusammensuchen.
Schoggitaler, Biberfladen
rollen unter Tisch und Schrank,
unter Stuhl und Ofenbank.
Und mit glücklichem Gesicht
sagt er ein Adventsgedicht.

Auch die Mutter lächelt froh:
"Lieber Chlaus, ich dank Dir so,
dass Du bist zu uns gekommen,
meinen Bub nicht mitgenommen."

 

"Doch ich muss jetzt wieder wandern
zu den Kindern, zu den andern;
sei du artig, gut und fromm,
übers Jahr ich wiederkomm!"

Die Mutter macht die Läden zu,
die Kinder legen sich zur Ruh,
die Uhr schlägt neun, es ist schon spät,
der Peter spricht sein Nachtgebet:
"Du lieber Gott halt Deine Hand
auf unsre Stadt und unser Land,
tröst' die, die krank und traurig sind,
lass hungern keine armen Kind;
und hilf, dass in der weiten Welt
der Friede seinen Einzug hält."

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Nach drei Tagen steigt er schon,
in den weissen Luftballon,
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vor dem ersten Sonnenstrahl
verlässt er Hütte, Berg und Tal.

Auf der Stadt noch Nebel liegt,
der Niklaus in den Himmel fliegt
weit hinweg vom Erdenball
in das grosse Weltenall.

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Und er schreibt in den Bericht:
"Böse Kinder fand ich nicht."
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So fliegen sie aus allen Städten,
hinauf zum heiligen Nikolaus,
die weite Reise hat ein Ende
und die Geschichte ist jetzt aus.
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Dieses Bilderbuch wurde seit dem 21. Nov. 2005 von Personen mal angeschaut.